Inselluft macht glücklich und Gemeinschaft tut gut
Vom 03. - 06. Juni 2022 war es endlich soweit: Ein langes Wochenende. 420 Jugendliche. Eine Insel - das war Borkum 2022!
Wir Jugendliche aus dem Apostelbereich Dirk Schulz machten uns dazu am Freitagvormittag aus den Kirchenbezirken Emden, Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremen, Stade, Hamburg-Süd und Hamburg-Ost auf den Weg zum Fähranleger in Emden Außenhafen.
Doch auch Gäste aus anderen Bereichen waren mit dabei. Sowohl eine Gruppe von 20 aus der Ukraine nach Süddeutschland geflüchteten Jugendlichen als auch zehn Jugendliche aus Nürnberg und eine Hand voll Jugendlicher aus HH-West und HH-Nord, trafen sich mit uns am vereinbarten Treffpunkt und nahmen an der großen Jugendfreizeit 2022 teil.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann gemeinsam auf die zweieinhalbstündige Fährfahrt von Emden nach Borkum.
Bereits auf der Fähre kam das Gefühl auf, man sei komplett unter sich und unter hunderten von Freunden. Und genau diese Freunde galt es natürlich allesamt kennenzulernen. Die erste gute Gelegenheit dazu bot sich bereits am Freitagabend bei einer kleinen Willkommens-Party. In der großen Sporthalle der Jugendherberge, die gleich neben dem Fähranleger liegt, rund 770 Betten fasst und in früheren Zeiten der Marine als Kaserne diente, trafen sich die Jugendlichen zur Musik des auflegenden DJs, dessen Repertoire sich aus den Musikwünschen der Jugend zusammensetzte. Bereits eine Woche zuvor konnten diese online eingereicht werden.
Das gesamte Wochenende stand unter dem Motto “Faith for Future” und hatte den entsprechenden Vorsatz zum Thema: “Gottes Schöpfung bewahren”. Motto und Thema spiegelten sich in vielerlei Hinsicht in den Programmpunkten sowie in der organisatorischen Ausgestaltung der Freizeit wider. So hatten die Jugendlichen beim Geo-Caching nicht nur alleine die Aufgabe anhand von Koordinaten eine Vielzahl der auf dem weiträumigen Gelände verteilten Verstecke - sogenannte “Caches” - ausfindig zu machen. Nein, sie wurden sogleich mit Müllsäcken und -handschuhen ausgestattet, um beim Suchen nicht nur die Caches, sondern gleichermaßen Müll einzusammeln, welcher oftmals mitunter genauso gut versteckt ist und sich dem flüchtigen Blick leicht zu entziehen vermag. Die in den Caches (meist kleine Dosen) enthaltenen und themenbezogenen Rätsel galt es anschließend zu lösen, um somit die Koordinaten für das nächste Versteck zu erhalten und die Runde als schnellste Gruppe abzuschließen.
Wer dann vom Rätseln noch nicht genug hatte, konnte sich mit einer Gruppe zum Escape Room anmelden. Innerhalb von einer Stunde sollte mit Hilfe von drei unterschiedlichen Bibelübersetzungen, verschiedensten Schlössern, Rätseln und Hinweisen eine codierte Botschaft zum Pfingstwunder herausgefunden werden. Doch innerhalb der vorgegebenen Zeit knackte keine Gruppe den Code und entkam aus dem Raum.
Ferner wurde ein Upcycling Workshop angeboten, in welchem man kurzerhand gezeigt bekam, dass eigentlich schon verbrauchte Materialien und Müll wie Milchtüten, alte Zeitungen oder Plastikflaschen zu neuen Gebrauchs- bzw. Schmuckgegenständen werden können.
Beim Designen und Erstellen eines eigenen Einkaufsbeutels im Workshop “Jutebeutel” hingegen, konnten wir Jugendliche genauso unserer Kreativität freien Lauf lassen und Plastiktüten mit ganz individuell gestaltetem Mittel den Kampf ansagen.
Eine “Big MindMap” wiederum, welche mit Kreide auf den großen und ehemaligen Exerzierplatz in der Mitte des Herbergsgeländes gemalt wurde, nutzten wir dazu, unseren Ideen und Gedanken, wie Gottes Schöpfung noch besser geschützt werden könnte, zusammenzutragen und Ausdruck zu verleihen.
Wer sich dann noch eingehender mit dem Thema auseinandersetzen wollte, hatte in den Seminarräumen der DJH die Möglichkeit, den Vorträgen zu den Themen “Textilkonsum” und “Umweltschutz - Was sagt die Bibel?” zu lauschen und sich anschließend mit den beiden angereisten Referent*innen darüber auszutauschen.
Nach der langen “Corona-Pause”, welche viele soziale und körperliche Entbehrungen gerade für uns junge Menschen mit sich brachte, fanden die sportlichen Aktionen großen Anklang. So waren die Plätze für das am Samstag und Sonntag stattfindende Volleyballturnier innerhalb von nur wenigen Minuten vergeben. Mit seiner großen Anziehungskraft sowohl für Spieler*innen als auch Publikum war das Turnier ein Garant für Spaß, Spannung und Stimmung!
Eine ganz besondere Stimmung entwickelte sich am Samstagabend. Nachdem wir alle am Morgen jeweils ein eigenes Leihfahrrad ausgehändigt bekommen hatten, verbrachten viele den Tag am weit entfernten Strand oder in der ebenso weit entfernten Innenstadt und kamen erst abends hungrig und kaputt - aber glücklich - zurück aufs Gelände. Hier offenbarte sich insbesondere die Wirkung der Inselluft und des guten Wetters.
Entsprechend erfreute sich das im Anschluss an das Abendbrot angebotene Lagerfeuer & Stockbrot großer Beliebtheit, um das Erlebte Revue passieren zu lassen und dabei gemeinsam in die lodernden Flammen zu blicken. Gemeinsamer Gesang mit Begleitung am E-Piano rundete die Stimmung ab, während hinterm Deich die Sonne langsam unterging.
Kaum war diese verschwunden, kamen rund 70 Jugendliche zu einer spontanen Nachtwanderung zusammen, die über den Deich, das weitläufige Herbergsgelände sowie den anliegenden Hafen führte und mehrere Stopps sowie ein Dankgebet aller Teilnehmenden beinhaltete. Doch neben den üblichen als auch spontanen Anlässen zum gemeinsamen Gebet gab es darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich morgens vor dem Frühstück zum Gebets-Yoga oder abends zu einer kurzen Andacht zusammenzufinden.
Das geistliche Highlight war der Gottesdienst mit Apostel Dirk Schulz am Sonntagmorgen, der nahtlos an die harmonische Stimmung des Vorabends anknüpfte.
Für viele von uns - wenn nicht sogar für alle - war es das erste Mal seit langer Zeit, dass wir wieder einen Gottesdienst in großer Gemeinschaft erleben konnten. Dadurch entstand nochmals eine besonders intensive Atmosphäre, sodass die Predigt und gerade der gemeinsame Gesang (einen extra Chor gab es nicht) viele Jugendliche sichtbar berührte.
Das gute Gefühl durchdrang dann im Verlauf des weiteren Tages die Aktionen und Events und trug zu einer ausgelassenen Stimmung bei, der auch das zum Abend hin einsetzende schlechte Wetter keinen Abbruch tat. Das spielte zu diesem Zeitpunkt sowieso nur noch eine untergeordnete Rolle, da wir uns am Abend sowieso in der Sporthalle zu den Siegerehrungen und der anschließenden großen Abschlussparty zusammenfanden.
Es wurden nicht nur die Gewinner des Volleyballturniers gekürt, sondern auch die Knipser*innen der besten Fotos des über das Wochenende fortlaufenden Fotowettbewerbs in den Kategorien “Gemeinschaft” und “Gottes Schöpfung bewahren” geehrt. Auch der Herbergsleiter sowie der Apostel und das Orga-Team der Fahrt wurden zum Ausdruck des Dankes mit einem tosenden Beifall bedacht. Doch einen besonderen Applaus bekam an jenem Abend eine junge Konfirmandin. Sie trug ihr eigens über das Wochenende hinweg geschriebene und themenbezogene Gedicht vor versammelter Schar mutig vor und erntete dafür Standing-Ovations.
Am Pfingstmontag ging es dann für uns alle nach einer kurzen Nacht wieder mit der Fähre zurück nach Hause. Vielerorts klingen die positiven Rückmeldungen zur Fahrt noch nach. Somit stand für uns Jugendlich schon auf Borkum fest: Nächstens Jahr bitte nochmal!
Und so soll es sein. Unser Apostel Dirk hat für 2023 sogar 470 Plätze in der Jugendherberge für das Himmelfahrtswochenende vom 18. - 21. Mai 2023 reservieren lassen.
Den Anmeldezeitraum vom 01.12.2022 bis zum 31.01.2023 sollten wir deshalb auf keinen Fall verpassen!
Denn das haben wir jetzt alle erleben dürfen: Inselluft macht glücklich und die Gemeinschaft tut so gut!
