Große Jugendfreizeit Apostelbereich West 2024
Stammapostel besucht Jugend auf Borkum!
Über das verlängerte Himmelfahrtswochenende vom 09. bis zum 12. Mai war es endlich so weit: Zum dritten Mal in Folge trafen sich die Jugendlichen des Apostelbereichs West zur Großen Jugendfreizeit an der deutschen Nordseeküste auf der beschaulichen Insel Borkum.
Planung der Jugendfreizeit
Auch in diesem Jahr nahmen erneut Jugendliche aus benachbarten Apostelbereichen, und zum Teil sogar ganz aus Süddeutschland, als Gäste an der Freizeit teil. So kamen am Himmelfahrtstag insgesamt rund 500 Teilnehmende unter dem Motto „24/7“ (siehe Logo) auf dem Gelände der größten Jugendherberge Deutschlands zusammen.
Durch den Besuch des Stammapostels Jean-Luc Schneider – zusammen mit den Gastaposteln Rolf Camenzind aus der Schweiz, Jeannot Leibfried aus Frankreich und des für den Bereich zuständigen Apostels Dirk Schulz sowie Bezirksapostel Rüdiger Krause, Bezirksapostelhelfer Helge Mutschler und Bischof Thorsten Beutz – wurde die Drittauflage der Jugendfreizeit unweigerlich zu einem besonderen Erleben.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied, im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren 2022 und 2023, stellte bereits in der Vorbereitungs- und Planungsphase zwischenzeitlich alles auf den Kopf und führte beinahe zum Ausfall der mit großer Vorfreude erwarteten Jugendfreizeit.
Was war passiert? Sturmschäden an der für die Gottesdienste und Party zur Verfügung stehenden Turnhalle ließen keine risikofreie Nutzung zu und führten zur Sperrung derselben. Des Weiteren fielen 100 fest eingeplante Schlafplätze, als Resultat sich verzögernder Renovierungsarbeiten, aus der Kalkulation. Doch die Freizeit abzusagen – das konnte sich niemand so wirklich vorstellen. Umso mehr rückte das Jahresmotto „Beten wirkt!“ in den Fokus, während mit der Jugendherbergsleitung um praktikable Ausweichmöglichkeiten gerungen wurde.
Schlussendlich zeigten die Gebete Wirkung und die Herbegsleitung scheute weder Kosten noch Mühen. Ein großes Festzelt konnte organisiert werden und diente fortan als große Versammlungsstätte. Sogar die Renovierungsarbeiten wurden in Teilen rechtzeitig abgeschlossen, sodass alle für die Freizeit angemeldeten Jugendlichen – inklusive des Stammapostels und seiner Begleitung – in einem eigenen Bett auf dem Gelände der Jugendherberge untergebracht werden konnten.
Vier Tage vielfältiges Programm unter dem Motto „24/7“
Stammapostel Schneider hielt Wort und reiste mit seiner Begleitung am Samstag zur Jugend auf die Nordseeinsel. Schon von Ferne begrüßten die Jugendlichen die Apostel und den Bischof mit herzlichem Beifall, Willkommens-Bannern und Zurufen. In einem großen gemeinsamen Gruppenfoto mit den frisch eingetroffenen Ehrengästen wurde dieser einmalige Moment aus der Luft dank Fotodrohne festgehalten.
Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits zweieinhalb ereignisreiche Tage hinter den Jugendlichen. Schon allein die zweistündige Anreise mit der Fähre am Donnerstagnachmittag war für die meisten Teilnehmenden ein außergewöhnliches Ereignis. Den Abschluss und Höhepunkt des Tages bildete jedoch der gemeinsame Himmelfahrtsgottesdienst bei Sonnenuntergang im großen Festzelt.
Für alle Morgenmenschen begann der darauffolgende Freitag wahlweise mit Frühsport, einer Andacht oder Gebets-Yoga. Doch spätestens zum anschließenden Frühstück kamen auch alle anderen aus ihren Betten und auf ihre Kosten. So wurde allen Jugendlichen nach dem Essen jeweils ein Fahrrad vom hauseigenen Fahrradverleih der Jugendherberge ausgehändigt. Schließlich sollte es um die Mittagszeit, nach der großen Jugendchorprobe und den ersten Kreativworkshops am Vormittag, an den sieben Kilometer weit entfernten Strand gehen. Neben Strandolympiade, Beach-Soccer und Sandburgenbauwettbewerb wurde dort am Borkumer Sandstrand erneut die Vorrunde des mittlerweile traditionellen Beachvolleyballturniers ausgetragen.
Auch wenn das Wetter bei 12 Grad und verhangenem Himmel zunächst nicht die besten Voraussetzungen bot, tat es der Stimmung keinen Abbruch und belohnte die Jugendlichen im Laufe des Nachmittags noch mit einer deutlichen Verbesserung und wärmenden Sonnenstrahlen. Entsprechend konnte auch die anschließende Wattwanderung unter weitaus besseren Witterungs-bedingungen stattfinden, als noch am Morgen zu vermuten war.
Wer nach so viel Bewegung und frischer Seeluft noch Energie übrighatte, war am Abend im großen Festzelt bestens aufgehoben. Dieses hatte sich zwischenzeitlich zu einer großen Tanzfläche mit alkoholfreier Cocktailbar, Lichtanlage, Nebelmaschine, DJ, Partymusik und bester Stimmung verwandelt. Am Rande der Tanzfläche lud eine Fotobox mit Sofortdruck und Verkleidungsmaterialien teilweise zu ganz besonders ausgefallenen Gruppen- und Erinnerungsfotos ein. Wer den Abend etwas ruhiger ausklingen lassen wollte, schnappte sich einen der vielen Liegestühle und schaute in den Sternenhimmel oder traf sich mit anderen zu Gesellschaftsspielen, Karaoke oder einer Partie Dart im sogenannten „Daddel-Raum“.
Das Programmangebot am Samstag hingegen spielte sich hauptsächlich auf dem Herbergsgelände ab. So konnten alle Interessierten den Tag mit einer gemeinsamen Jugendstunde im großen Zelt beginnen, welche das Motto aus der Perspektive „24/7 Christ sein“ betrachtete und dabei auf die Aspekte Nächstenliebe, Gemeinschaft, Gebet und Bibelkunde einging. Auch in den Kreativworkshops wurde das Motto der Freizeit zum Teil gestalterisch aufgegriffen. Ob als Motiv eines selbstgestalteten Jutebeutels oder auf einem der Willkommens-Bannern für den Stammapostel und seine Begleitung. Ebenso konnten Specksteine bearbeitet, Insektenhotels gebaut, Makramees geknüpft oder Schrumpfanhänger erstellt werden.
Für sportlichen Ausgleich war ebenfalls gesorgt. Bei der Team Challenge, dem Tischtennis-, Wikingerschach- und Beerpong-Turnier konnten die Jugendlichen ihr sportliches Geschick unter Beweis stellen oder sich beim Zumba auspowern. Zudem wurden die Finalrunden des Volleyballturniers am Samstagnachmittag auf dem Herbergsgelände ausgetragen und der Wanderpokal entsprechend weitergereicht.
Wer lieber das Köpfchen anstrengen oder das Glück herausfordern wollte, war im Escape Room oder beim Poker-Turnier bestens aufgehoben. Großer Beliebtheit erfreute sich zudem die in regelmäßigen Abständen angebotene „Ostfriesische Teezeremonie“. Selbst die am Mittag eingetroffenen Apostel ließen sich diese nicht entgehen und wohnten ihr bei.
Doch das Highlight bildete der gemeinsame Tagesabschluss am Lagerfeuer mit Stockbrot und Marshmallows. Eingeleitet wurde dieser durch eine Andacht zusammen mit dem Stammapostel. Dazu kamen die Jugendlichen bei untergehender Sonne auf einer Freifläche zwischen Dünen und Gebüsch auf Bierbänken zusammen. Auch hier fand das Motto der Jugendfreizeit erneut Verwendung, wenngleich in leicht abgewandelter Form: „23/7 - Wo ist die verlorene Stunde?“, fragten die Moderatoren in die Runde und führten die Jugendlichen auf interaktiver Weise der selbstreflektierenden Frage näher, wie viel Zeit wir am Tag in Relation mit Gott verbringen.
Natürlich kommt man bei dieser Frage nicht um das Gebet herum. Entsprechend nutzten die Moderatoren die Gelegenheit, um Stammapostel Schneider auf die Bühne zu bitten, der zu Beginn des Jahres das eingangs erwähnte Jahresmotto „Beten wirkt!“ ausgerufen hatte. Viel hinzuzufügen habe er nicht, gestand der Stammapostel. Jedoch nannte er Beispiele aus seinem persönlichen Leben, in denen ihm das Gebet und die Kontaktaufnahme zu Gott besonders helfe, sich nicht im eigenen Ärger und in der eigenen Aufregung zu verlieren. Bevor Stammapostel Schneider die Andacht mit gemeinsamem Gebet abschloss, ermutigte er alle Jugendlichen ausdrücklich dazu, sich mit Sorgen, Problemen, Trauer, Ärger und Ängsten zuallererst an Gott im Gebet zu wenden. Gott sei immer für uns erreichbar und uns stets zugewandt, egal was wir getan hätten oder uns zugestoßen sei. Doch auch der Kontakt zu Menschen, die seelsorgerisch für uns da sind, sei immens wichtig und sollte von uns, nach Möglichkeit, zusätzlich aufgesucht und wahrgenommen werden, so Stammapostel Schneider.
Nahtlos an die Andacht anschließend, bat ein weiteres Moderationsteam den Stammapostel, noch ein paar Fragen zu beantworten, welche die Jugendlichen schon im Vorfeld online eingereicht hatten. In dem kurzen Interview ließ das Kirchenoberhaupt unter anderem durchblicken, dass es ihm gar nicht so leicht falle, immer ein passendes Bibelwort für die von ihm durchgeführten Gottesdienste festzulegen. Das beanspruche oftmals viel Zeit und Aufwand. Meistens dann, wenn ihm etwas mehr Zeit zur Verfügung stehe. Doch wenn es eilt, gelinge das auch kurzfristig und Gott habe ihm bisher immer zur rechten Zeit die passenden Eingebungen geschenkt. Und so frage er Gott gelegentlich, warum das denn bitte nicht grundsätzlich so sein könne.
Festgottesdienst im Zelt mit ermutigender Handlungsaufforderung
Welchen Werdegang die Findung des Bibelworts für den Abschlussgottesdienst am Sonntagmorgen genommen hatte, blieb derweil unklar. Doch schnell wurde deutlich, dass es zum Motto „24/7“ nicht besser hätte passen können. Der Stammapostel diente der im Zelt versammelten Festgemeinde mit einem Wort aus 1. Chronik 28,20:
„Und David sprach zu seinem Sohn Salomo: Sei getrost und unverzagt und mache es! Fürchte dich nicht! Lass dich nicht erschrecken. Gott der Herr, mein Gott, wird mit dir sein und wird die
Hand nicht abziehen und dich nicht verlassen, bis du jedes Werk für den Dienst im Hause des Herrn vollendet hast.“
Direkt, nachdem Stammapostel Schneider den Gottesdienst mit der Anrufung des dreieinigen Gottes – Vater, Sohn und Heiligen Geist – begonnen hatte, ertönte vom nahegelegenen Hafen dreimal das Signal eines Schiffhorns lautstark herüber.
Mit der Kraft der Überzeugung und mit ähnlich starkem Nachdruck wie das kurz zuvor erklungene Schiffshorn, ermutigte der Stammapostel die Jugendlichen in seiner Predigt mehrfach dazu, zu handeln und nicht aufzugeben. „Stopp! Mach dir keine Sorgen, handle!“, rief er den jungen Glaubensgeschwister immer wieder entgegen.
Natürlich ließ der Stammapostel diese Handlungsaufforderung nicht ohne weitere Ausführungen einfach im Raum stehen. In mehreren Punkten brachte er die Ermutigung an die Jugendlichen in einen konkreten Kontext:
- Gott will nicht nur das Heil deiner Seele, sondern auch, dass du dich in deinem irdischen Leben wohlfühlst – handle und wende dich mit der Frage, wer du bist und wozu du da bist, an Gott!
- So wie du bist, hat Gott dich erwählt zu deinem Heil und zum Heil des Nächsten – handle und achte auf deinen Körper und Geist, damit du fähig bist, dazu beitragen zu können!
- Gott hat zugesagt, die Schöpfung vom Bösen zu befreien. Mache dir nicht unnötige Sorgen – handle und vollbringe an deinem Ort deinen Teil zum Erhalt der Schöpfung!
- Gott hat zugesagt, dass er auch in Zukunft für seine Kinder sorgen wird – handle und lasse nicht unnötige Sorgen deine Familien- und Lebensplanung bestimmen!
- Das Beste, was du für die Schöpfung und für die Menschheit tun kannst, ist, dich als Kind Gottes zu offenbaren – handle und wachse zum Ebenbild Jesu Christi heran!
- Gott misst nicht deinen Erfolg, sondern er sieht deine Bemühungen und dein aufrichtiges Verlangen – handle und gib nicht auf, Jesus ähnlicher zu werden!
- Gott schenkt uns die Kraft, Unterschiede innerhalb der Kirche zu überwinden, sodass sich ein jeder wohlfühlen kann – handle und trage zur Einheit innerhalb der Kirche bei!
Sonniger Abschluss mit tosendem Applaus
Mit dem Abschluss dieses intensiven und ermutigenden Gottesdienstes war die Große Jugendfreizeit Apostelbereich West 2024 auch schon fast wieder vorbei. Mit tosendem Applaus bedachten die Jugendlichen den Stammapostel und seine Begleitung als Dank für ihr Kommen und die Mitarbeitenden der Jugendherberge für den guten Service, die Zusammenarbeit und das Zelt. Glücklicherweise blieb noch die zweistündige Fährfahrt, um sich in aller Ruhe voneinander zu verabschieden und die ereignisreichen Tage gemeinsam Revue passieren zu lassen.
